Bei ihrem vierten Auftritt in der Endrunde des Volksbanken-Hallenmasters haben die Saarlandliga-Fußballer des FSV Jägersburg erstmals den Titel geholt. In der mit 3201 Zuschauern restlos gefüllten Saarlandhalle in Saarbrücken gewannen die Lila-Weißen bei der 32. Ausgabe des traditionsreichen Turniers am vergangenen Sonntag sämtliche fünf Begegnungen der Endrunde.
Bereits in der Gruppenphase präsentierte sich der FSV in bestechender Form. Nach einem 3:1-Erfolg gegen den Ligarivalen FV Schwalbach folgten ein 3:2-Sieg gegen den Verbandsligisten SG Lebach-Landsweiler sowie ein torreiches 5:4 gegen den Oberligisten FV Diefflen. Im Halbfinale setzte sich das Team von Spielertrainer Christian Frank mit 3:2 gegen den Oberligisten FV Eppelborn durch. Im Endspiel kam es dann zur erneuten Begegnung mit dem FV Schwalbach, der sich zuvor im Halbfinale gegen den Saarlandligisten Spvgg. Quierschied mit 8:7 (2:2, 1:1) nach Siebenmeterschießen behauptet hatte. Für Schwalbach war es bei der Masters-Premiere der Vereinsgeschichte direkt der Durchmarsch bis ins Finale. Das Endspiel entwickelte sich zu einem echten Krimi.
Nach Treffern von Nico Floegel, Waaris Bhatti und Kevin Klein lag Jägersburg im Finale bereits mit 3:0 vorne. Doch Tore von Lukas Latz, Colin Mathis, Justin Mayan und Steven Simon brachten den FV Schwalbach wieder nach vorne. Kurz vor der Schlusssirene rettete Paul Manderscheid mit dem Treffer zum 4:4 sein Team in die Verlängerung. Da auch in der zusätzlichen Spielzeit kein Tor fiel, musste das Siebenmeterschießen die Entscheidung bringen.
Nachdem jeweils sechs Schützen sicher verwandelt hatten und es 10:10 stand, scheiterte der Schwalbacher Marcel Boschet am Jägersburger Torhüter Enrico Korb. Anschließend lastete der Druck auf Johannes Marchetti. Der 26-jährige Mittelfeldspieler blieb cool und löste mit seinem Treffer ausgelassenen Jubel bei den Lila-Weißen aus.
Großen Anteil am ersten Masters-Triumph der Vereinsgeschichte haben die 30-jährigen Zwillingsbrüder Paul und Matthias Manderscheid, die den FSV während der Hallenrunde betreuen. Ihnen gelang es, in Jägersburg eine echte Begeisterung für den Hallenfußball zu entfachen. „Natürlich war es unser großes Ziel, das Ding zu gewinnen. Wenn mir aber einer morgens beim Frühstück erzählt hätte, wir würden alle fünf Spiele gewinnen, hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt“, erklärt Paul Manderscheid in der Saarbrücker Zeitung. „Jeder hat alles reingeworfen, was irgendwie ging. Nach dem verwandelten Siebenmeter von Johannes ist alles von uns abgefallen. Das war ein richtig geiles Erlebnis“, ergänzt der Finaltorschütze, der mit seinem späten Ausgleich den Weg zum Titel ebnete.
Nach dem Triumph feierte die Mannschaft zunächst noch in der Saarlandhalle, bevor es laut Paul Manderscheid anschließend in der „Heartbar“ am St. Johanner Markt in Saarbrücken weiterging. Matthias Manderscheid fügt hinzu: „So etwas Geiles miterleben zu dürfen, ist einfach nur fantastisch.“
Auch FSV-Sportvorstand Marco Emich zeigte sich beeindruckt von der Leistung des Teams: „Bei unseren letzten drei Masters-Teilnahmen haben wir jeweils das Finale erreicht. Als wir 2010 in Erbach gegen den SV Auersmacher verloren haben, habe ich die Mannschaft ja noch trainiert. Vergangenes Jahr waren wir dann erneut Zweiter hinter dem SV Auersmacher – und nun dieser überwältigende Triumph. Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft.“
Dem schließt sich auch Jägersburgs Ortsvorsteher Philip Vollmar an, der bei Saarlandliga-Heimspielen des FSV als Stadionsprecher fungiert: „Was die Jungs am Sonntag geleistet haben, ist schier unbeschreiblich. Wir Fans haben die Mannschaft von der Tribüne aus aber auch toll unterstützt.“ Im Spiel um Platz drei musste sich der FV Eppelborn der Spvgg. Quierschied mit 3:5 (3:3) nach Verlängerung geschlagen geben.